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Jaques …

… Viele Menschen haben schon nach Jaques gefragt, und warum denn hier immer noch kein Text steht.

Manche Tierfreunde befürchteten, dass wir Jaques vergessen haben, er uns nicht so wichtig ist.
Nun wer Jaques kennt und auch uns ein Stück, der weiß, dass das genaue Gegenteil der Fall ist.

Jaques steht bei uns im ständigen Fokus, schon allein deshalb, weil wir sofort Rückschritte machen würden, würden wir ihn aus den Augen verlieren.

Jaques sollte wegen massiven Beißvorfällen ins Tierheim. Lange intensive Gespräche mit den Besitzern folgten, denn die Familie liebte Jaques und wollte sich eigentlich nicht trennen.
Viel ist schief gelaufen, eigentlich alles, Jaques fing an zu beißen mit 6 Monaten und hat dies erfolgreich durchgezogen, wann immer es nicht nach seinem Kopf ging.

Die Verletzungen, die er seinen Menschen zufügte, waren keine Lapalie und wirklich schwerwiegend.
Ermuntert durch die Bereitschaft seiner Menschen nahmen wir Jaques für ein paar Tage bei uns auf. Einfach um seinen Menschen Zeit zum Nachdenken und Luftholen zu geben.
In dieser Zeit hatte Jaques einen Maulkorb auf, denn Jaques biss jeden Menschen sofort ohne groß vorzuwarnen.

Nach ein paar Tagen holten seine Menschen ihn wieder ab, Bedingung das konsequente Arbeiten mit einer von uns ausgesuchten Hundetrainerin und eine komplette tierärztliche Untersuchung.

Diese Untersuchung ergab, dass Jaques völlig gesund ist, das Training mit seinen Menschen begann.

Ein Jahr hörten wir nichts von Jaques, wir dachten er und seine Menschen haben es zusammen geschafft.
Dann standen sie wieder bei uns vor der Tür, das Training hat ein bisschen Besserung gebracht, aber nun gibt es menschlichen Nachwuchs in der Familie.
Wir kamen nach langen Gesprächen überein, dass Jaques zu uns kommt, denn das Zusammenleben mit einem 6 Monate alten Kind könnte lebensgefährlich werden.
Kaum war er bei uns kamen einige Mails und auch Anrufe, teilweise anonym, wir sollten diesen Hund sofort einschläfern lassen, er wäre gemeingefährlich.
Alle Hundeschulen seien an ihm gescheitert, dieser Hund ist von Welpe an gestört und nicht mehr zu vermitteln.

Jaques lebte bei uns die ersten 2 Wochen nur mit Maulkorb auf und das Training begann. Ohne Maulkorb hätte er alle, die mit ihm zu tun hatten, massiv verletzt. Jaques knappst nicht mal, Jaques beisst sofort zu. Trotzdem ist das kein Verhalten, was wir nicht so oder in ähnlicher Weise schon erlebt hätten.

Das erste Training bestand in den ersten Tagen nur darin seine Beißangriffe souverän abprallen zu lassen. Nicht schwer wenn der Angreifer einen Maulkorb trägt, sein Beißen wurde nicht bestraft nicht kommentiert und bewertet. Er sollte einfach nur lernen, dass Beißen eben nicht mehr zum Ziel führt.
Jaques lernte schnell, er hatte einen sehr guten Grundgehorsam und zeigte gerne, was er kann . Gefüttert wurde er durch den Maulkorb, was er sehr widerwillig geschehen ließ, Körperkontakt, anfassen, war und ist ihm immer unangenehm.

Jaques nahm ab durch die Fütterung durch den Maulkorb, aber das ist leider nicht zu ändern bei diesem Training.
Aber die Angriffe auf uns wurden seltener und ließen schließlich nach 14 Tagen fast ganz nach.
Der Maulkorb kam ab, das Training ging weiter.
Jaques ist nach wie vor ein gefährlicher Hund, der zu 100 und 1 Prozent Aufmerksamkeit und Achtsamkeit braucht.
Noch heute kann im Bruchteil einer Sekunde seine Gemütslage umspringen, er beisst sofort zu. Mittlerweile aber kennen wir jede Regung von ihm, wissen jeden Wimpernschlag von ihm zu deuten und können passend reagieren.
Dennoch kam es auch mal wieder zu einer Verletzun, ,nicht die Schuld des Hundes sondern unsere, wir haben nicht schnell genug gelesen und umgesetzt.
Jaques steht zu 100 Prozent im Gehorsam, wer ihn mit uns vor allem aber Florian sieht, wird denken, meine Güte, was für ein gehorsamer, toller Hund.
Ja, das ist Jaques, er ist ein toller Hund, wir lieben ihn mittlerweile sehr. Dennoch Jaques ist anders als die vielen anderen auch „gefährlichen” Hunde, die wir hier hatten.
Noch heute genießt Jaques körperliche Nähe nicht, streicheln, kuscheln ist nicht unbedingt das, was er von Menschen will. Es gibt sie, die Momente, in denen er zugänglich, albern ist und kuschelt. Aber als Menschen kann man auch hier nicht entspannen, denn von einer Sekunde zu nächsten möchte Jaques den Kontakt nicht mehr.
Er hat gelernt zu warnen und darauf, ja es mag sich komisch anhören, sind wir stolz, dass er eben nicht mehr einfach so zubeißt.
Jaques möchte gar nicht angreifen, aber er kann nur schwer von seinem erlernten Verhalten Situationen durch Beißen zu lösen loslassen.

Jaques ist ein absoluter Arbeitshund, wirklich glücklich ist er nur, wenn er zusammen mit seinem Menschen Aufgaben lösen darf. Den Ball suchen auch in ganz schwierigen Verstecken, absoluten und auch schweren Gehorsam leisten.
Jaques ist wie ein kleiner Zinnsoldat, der beständig Leistung zeigen möchte, dem die Anerkennung, aber eben auch die Arbeit wichtig ist.
Für Jaques ist der Weg das Ziel, die Arbeit mit seinem Menschen.
Jaques und wir kommen nun gut miteinander aus, er ist in unserem Fokus und braucht immer beständige Aufmerksamkeit, achtsame vorausschauende Konsequenz in jeder Minute.
Jaques liebt sein Hundezimmer bei uns, denn auch er braucht am Ende des Tages Entspannung, die kann er nur haben, wenn er ohne Mensch ist.
Würde er mit Menschen in einer Wohnung leben, würde es mit Sicherheit wieder Angriffe geben.
Tja, wohin mit Jaques??? So wie wir nun Jaques kennen, möchten wir eine Vermittlung ausschließen, aus Verantwortung dem Hund gegenüber. Aber auch aus Verantwortung Menschen gegenüber.
Jaques verzeiht Menschen keinen Fehler, bei falschem nist er nach wie vor gefährlich.

Wir prüfen im Moment die Option, ob Jaques als Rauschgifthund beim Zoll unterkommen könnte. Hier könnte er Leistung zeigen, könnte arbeiten und seine seelische Balance finden.
Das Potential ist bei ihm voll da, motivierter könnte Hund gar nicht arbeiten ..
Klappt das nicht, bleibt leider nicht viel.
Wenn er jemals das Tierheim verlassen könnte, müssten es Menschen sein, die zu jeder Sekunde voll bei Jaques sind. Die Meister im Lesen der Hundesprache sind, die fordern, fördern und auslasten können. Bei denen er nicht im Haus lebt und die keinen Streichel- und Kuschelhund suchen.
Die ebenso wissen, dass es mit Jaques immer ein Tanz auf dem Vulkan ist, der jederzeit einen Ausbruch haben könnte.

Jaques lebt ganz gut bei uns im Tierheim und vor allem ist wohl: Er LEBT. Denn viele Menschen wollten ihn aufgeben und seine Einschläferung stand im Raum, bevor er zu uns kam.

Wer Jaques heute sieht, sieht das dieser Hund Lebensfreude haben kann, nicht immer und nicht jeden Tag . Denn auch er hat mal schlechte Laune oder Frust. Aber an guten Tagen strahlen seine Augen mit seinem Fell um die Wette. Er ist zudem ein wunderschöner, sehr eleganter Hund.
Dank Florian macht er viele Wald- und Wiesentouren darf Auto fahren und das Tierheim immer mal wieder hinter sich lassen.

Jaques ist ein trauriges Beispiel wie eine Mensch-Hund-Beziehung wirklich daneben ging, hier sind Schäden bei einem Hund entstanden, die nicht mehr reparabel sind.
Trotzdem haben seine Menschen ihn geliebt, aber eben nicht wirklich verstanden, sehr traurig für alle Beteiligten.
Aber wir machen das Beste daraus und werden alles tun, damit Jaques hier einen sicheren Platz hat, an dem er geliebt wird . Auch wenn er sich so schwer lieben lässt …;-)
Menschen haben ihn so gemacht und deshalb muss es eben nun auch Menschen geben, die dafür Verantwortung übernehmen.

Auch er ist ein Schattenhund, auch er will leben und wir finden auch er hat ein Recht dazu.

Danke im Namen aller schwierigen Hunde, die in Tierheimen landen, auch diese Hunde wurden unschuldig geboren. Unschuldig sind sie auch geblieben, trotz Beißvorfällen trifft auch diese Hunde keine Schuld.


Jaques …. Es gibt keinen Platz für Dich auf dieser Welt.
Komm, lass uns Deine Welt sein, sei sicher bei uns, egal was Du tust . ….
Lass wenigstens ab und zu einmal los, wann immer Du glücklich bist, sei gewiss, dann sind wir es auch … .

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