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Der Fall Kretschmann . . . . .

Sein Leben hing am seidenen Faden, er wäre eigentlich schon lange tot! Namenlos befand er sich zusammengeschnürt auf einem chinesischen Fleischmarkt. Warum gerade er, warum überhaupt er gerettet wurde haben wir nicht erfahren. Aber ein tierlieber Mensch hat ihn freigekauft und nach Deutschland gebracht. So weit so gut. Wir freuen uns für den Hund, denn sein kurzes Leben dort war sicher nicht schön.Doch seine Erlebnisse brachte er mit nach Deutschland. Er war daher eher mißtrauisch, keinesfalls kooperativ und für deutsche Verhältnisse viel zu selbständig. Kretschmann wußte wie das Leben so ist und wie man sich durchschlägt und was passieren kann, wenn man nicht aufpasst oder vertraut. Was man erwartet hatte war DANKBARKEIT! Davon war Kretschmann allerdings Galaxien entfernt.Das Zusammenleben mit ihm stellte sich als sehr schwierig dar. Dabei konnte er Vieles sehr gut. Spaziergänge waren kein Problem, er ist umweltsicher, kennt Autos, Straßenverkehr, Lärm, Leute und andere Hunde. Aber die mochte er leider auch nicht. . Irgendwann war sein Mitleidsbonus aufgebraucht und der undankbare Hund wurde ins Tierheim gebracht.Dort hatte man mit Kretschmann ebenfalls große Probleme. Keiner kam so recht an den Hund dran. Gutes Zureden, viele Stunden schön füttern hatte alles nicht geholfen. Er hielt sich alle vom Leib, bis auf eine besonders hartnäckige Dame, die sein Herz eroberte. Mit ihr machte er Ausflüge, lange Spaziergänge und für Kretschmann hätte es eigentlich so weiter gehen können. Doch da er sich von keiner anderen Person irgendwie anfassen ließ, beim Tierarzt förmlich explodierte, suchte man letztendlich eine andere Lösung. Nun ist er hier. Sein neues Lebensmodell geht hier nicht auf. Er wird nun mit verschiedenen Menschen spazierengehen und hoffentlich lernen, dass es noch mehr Nette dieser Art gibt und er hier nichts mehr zu befürchten hat. Ebenso wird er mit anderen Hunden zusammenleben und erfahren, dass auch dies Vorteile mit sich bringt und gar nicht so übel ist. Der 6 jährige Rüde Kretschmann hat einen weiten Weg hinter sich gebracht und noch einen sehr langen vor sich, bevor daran zu denken ist, ihn in private Hände abzugeben. Der Retter hat ein kleines Vermögen in seine Sicherheit investiert, letztendlich wurde er doch zum Schattenhund. Aber er lebt. Doch es wird sehr schwer werden, einen Menschen zu finden, der die Besonderheiten dieses Schlages Hund versteht, respektiert und lernt, damit zu leben, um Kretschmann letztendlich ein wirklich neues und gutes Leben schenken zu können. Dieser Hund ist natürlich ein Extremmodell für gerettete Auslandshunde. Leider werden solche Entscheidungen meist nur vom Herz und weniger vom Verstand entschieden. Viele dieser Hunde sind – in unsere Kultur geworfen – „undankbar“ und landen schließlich im Tierheim oder noch schlimmer beim Tierarzt. Wichtig wäre, sich vorab zu informieren: Über das Herkunftsland, über das Lebensumfeld des Hundes und seine vermutete Rassezugehörigkeit und dann die richtige Wahl treffen, und NUR, wenn alle Vor- und Nachteile abgewägt wurden und das zukünftige Lebensumfeld auch wirklich zu diesem Typ Hund passt.Und wenn im günstigen Fall ein Tierschutzverein dazwischen geschaltet ist, sollte auch dort Hirn vor Herz regieren.

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